König Albert II.: TV-Ansprache zum 21. Juli

VRT vod

Fr 20/07/2012 - 13:00 König Albert II. war bei seiner diesjährigen Ansprache zum belgischen Nationalfeiertag am 21. Juli deutlich besser gelaunt, als letztes Jahr. Dieses Jahr lobte er deutlich die Arbeit der Regierung Di Rupo I und die Fortschritte im Bereich Staatsreform.

König Albert II. war deutlich besserer Stimmung, als beim Nationalfeiertag 2011. Dieses Jahr hatte seine Ansprache zum belgischen Nationalfeiertag wieder einige zufriedenstellende Elemente, unter anderem zur Arbeit der neuen belgischen Bundesregierung unter Premierminister Elio Di Rupo (PS):

"Ich freue mich über die seit der Koalitionsbildung erreichten Abkommen auf sozialer, wirtschaftlicher und finanzieller Ebene.“ Noch vor einem Jahr hatte er an dieser Stelle deutlich genervt Kompromisse und endlich eine rasche Koalitionsbildung gefordert.

Nicht zuletzt zeigte sich der belgische Monarch zufrieden darüber, dass das Problem der seit fast 50 Jahren von den Flamen geforderten Spaltung des Wahl- und Gerichtsbezirks Brüssel-Hale-Vilvoorde endlich von Tisch ist.

Doch nicht nur die Arbeit in Sachen Reform der Institutionen waren Thema der Rede zum 21. Juli, sondern auch die Haushaltspolitik und die Maßnahmen zur Förderung des Aufschwungs: "Diese Politik zeigt schon jetzt im Vergleich zum europäischen Durchschnitt ermutigende Folgen für den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum. Das alles ist sehr positiv.“

Staatsreform und weitere Föderalisierung

König Albert II. appelliert an die zuständigen Politiker und an deren Verantwortung, die geschlossenen Abkommen zur Übertragung weiterer Zuständigkeiten vom belgischen Föderalstaat an Länder und Regionen weiter umzusetzen. Dabei schien es gerade so, als würden die im Bund oppositionellen flämischen Nationaldemokraten der N-VA gemeint sein könnten, wenn der Monarch meint, dass man die Probleme in unserer Gesellschaft vertrauensvoll und mit offenem Blick behandeln sollte:

"Das sollte uns ermutigen, zu vermeiden, in sich gekehrt und populistisch, zwei Neigungen, die derzeit in Europa und auch bei uns, zu oft auftauchen, aber zu nichts führen.“

Das Drama in Sierre

Eingangs allerdings war von einer positiven politischen Grundeinstellung des Königs nichts zu merken, denn er erinnerte an einige der schwersten Stunden für unser Land in den vergangenen 12 Monaten, nämlich an den Busunfall im schweizerischen Sierre, bei dem 28 Landsleute, darunter viele Schulkinder, ums Leben gekommen waren:

"Zunächst möchte ich noch einmal den Familien der Kinder, die bei dem Busunglück in der Schweiz ums Leben gekommen sind, und allen Familien, die ein Kind verloren haben, sagen, wie sehr das Land weiter an sie denkt. Der Königin und auch mir selbst haben sich die Gesichter der gestorbenen Kinder, sowie der Mut und die Würde ihrer Angehörigen für lange Zeit ins Gedächtnis eingebrannt.“
 






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